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Persönlichkeiten, die den Wandel gestalten

Hinter jedem Experten steht eine Persönlichkeit, die seine Arbeit prägt.

Um diese Persönlichkeiten näher zu beleuchten, sprach PSI mit Führungskräften, die in verschiedenen Branchen echte Veränderungen vorantreiben.

Maria Germain, Leiterin der Produktionsplattform bei SSAB

Seit 2007 hat Maria vielfältige technische und leitende Aufgaben im globalen Bereich Stahl und industrielle Transformation wahrgenommen. Nach Abschluss ihrer Promotion in Energiesystemen und -prozessen mit Auszeichnung an der École des Mines de Paris durchlief sie verschiedene internationale Positionen in den Bereichen Vertrieb, Betrieb und digitale Transformation. Heute spielt Maria als Leiterin der Produktionsplattform bei SSAB in Schweden eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Strategie des Unternehmens für fossilfreien Stahl und bei groß angelegten Initiativen zur Modernisierung der Produktionsplattform.

Im Rahmen ihres neuesten Projekts zur Umgestaltung der Stahlproduktion, SSAB Europe hat die PSI mit der Implementierung von PSImetals als Schlüsselkomponente ihrer „Green Steel Transformation“ beauftragt. Die integrierte Lösung für das Produktionsmanagement wird die Digitalisierung und Automatisierung des Mini-Werks (Mini-Mill) in Luleå in Schweden unterstützen und damit die Grundlage für eine zukünftige Produktionsmanagement-Landschaft bilden.

PSI Software SE
F: Was motiviert Sie über berufliche Erfolge hinaus und warum?

Was mich über Erfolge hinaus am meisten motiviert, sind Neugier und Verbundenheit. Ich lerne gerne Neues und stelle mich Herausforderungen, die mich dazu bringen, anders zu denken – das macht die Arbeit spannend und sinnvoll.

Gleichzeitig motivieren mich die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sehr. Ich schätze das Gefühl der Zugehörigkeit, das entsteht, wenn man Teil eines Teams ist, in dem man offen Ideen austauschen und sich gegenseitig unterstützen kann. Diese Mischung aus Lernen und Verbundenheit ist es, die mich Tag für Tag motiviert.

F: Gibt es eine persönliche Gewohnheit oder Routine, die Ihre Arbeitsweise geprägt hat? Wie hat sie Ihre Arbeitsweise geprägt?

Eine Gewohnheit, die meine Arbeitsweise entscheidend geprägt hat, ist die aktive Suche nach unterschiedlichen Perspektiven. Ich frage gezielt nach der Meinung anderer, insbesondere von denjenigen, die anders denken als ich, und höre ihnen aufmerksam zu.

Das hilft mir, Betriebsblindheit zu vermeiden, bessere Entscheidungen zu treffen und eine offene Kommunikation zu fördern. Meine Arbeitsweise ist dadurch mit der Zeit nicht nur kollaborativer geworden, sondern basiert nun auch auf einem breiteren Fundament an Ideen, statt nur auf meiner eigenen Sichtweise. Zudem kann ich so komplexe Situationen besser meistern.

F: Was ist eine Sache, die Ihnen wirklich Spaß macht, und eine, die Sie wirklich nicht mögen, die Ihr Team vielleicht nicht erwarten würde?

Ich vertiefe mich unheimlich gerne in technische Diskussionen über Stahlverarbeitung und -optimierung – selbst wenn niemand von mir erwartet, so tief in die Materie einzusteigen. Diese intellektuelle Herausforderung hat einfach ihren Reiz und solche Gespräche geben mir wirklich Energie.

Was ich hingegen nicht mag, ist, wenn Diskussionen unpräzise oder weitschweifig werden und wir uns im Kreis drehen. Dann macht sich bei mir innerlich eine gewisse Ungeduld breit … aber ich versuche, nach außen hin sehr professionell zu bleiben. Allerdings können mir Kollegen, die schon länger mit mir zusammenarbeiten, das an der Nasenspitze ansehen.

F: Wie beeinflusst Ihrer Erfahrung nach der Austausch persönlicher Erfahrungen die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten?

Ich bin überzeugt, dass der Austausch persönlicher Erfahrungen eine Vertrauensebene schafft, die durch rein berufliche Interaktionen allein kaum erreicht wird. Wenn Menschen sich wohlfühlen, am Arbeitsplatz authentischer aufzutreten, wird die Kommunikation offener und empathischer.

Das hilft Teams, über die rein funktionale Zusammenarbeit hinauszuwachsen und eine persönlichere, stärkere Einheit zu bilden. Es fördert unser gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Perspektiven, Stärken und Herausforderungen des anderen. Genau das führt langfristig zu wirklich erfolgreicher Teamarbeit.

F: Welche Lektion oder welchen Grundsatz soll Ihr Team Ihrer Meinung nach mit auf den Weg nehmen?

Ich hoffe, das Team behält die Gewohnheit bei, die „Warum?“-Frage zu stellen – und zwar nicht nur einmal, sondern oft genug, um der Ursache eines Problems wirklich auf den Grund zu gehen. Man sollte Dinge nicht einfach akzeptieren, nur weil „wir das schon immer so gemacht haben“.

Man braucht keine jahrzehntelange Erfahrung, um einen Prozess zu hinterfragen und einen besseren Ansatz zu finden. Ein frischer Blick, aufrichtige Neugier und der Wille, einem Problem wirklich auf den Grund zu gehen, können ebenfalls zu klugen und sinnvollen Verbesserungen führen.

F: Welches Vorurteil über unsere Branche würden Sie gerne aus der Welt schaffen?

Ein weitverbreitetes Missverständnis über die Stahlindustrie ist, dass sie „altmodisch“ oder rein traditionell sei. Obwohl sie in gewisser Weise traditionell ist, ist sie gleichzeitig eine hochkomplexe und innovative Branche.

Stahlhersteller gehörten zu den Ersten, die Automatisierung einführten, Daten gezielt nutzten und fortschrittliche Optimierungsmodelle einsetzten, um Effizienz und Qualität zu steigern. Es ist eine Branche, in der Technologie, Ingenieurwesen und Problemlösung auf eine Weise ineinandergreifen, die den meisten Menschen gar nicht bewusst ist.

F: Wenn Sie Zeit auf einer einsamen Insel verbringen müssten und nur zwei Dinge mitnehmen könnten, welche wären das und warum?

Ein guter Krimi und ein Messer – das eine, um den Geist zu beschäftigen, das andere, um bis zur Rettung zu überleben.

Egal, ob auf einer einsamen Insel oder mitten in einem komplexen Transformationsprogramm: Beim Überleben kommt es letztlich auf zwei Dinge an: Einfallsreichtum und die Neugier, die den Kopf auf Trab hält

Stefan Dalhues, Teamleiter PMO & Supporting Functions, Forschung und Innovationen bei PSI Software SE

Stefan Dalhues ist Teamleiter für PMO & Supporting Functions in der Abteilung Forschung und Innovation bei PSI Software SE, wo er Forschungsprojekte im Bereich des kurativen Engpassmanagements, der KI-gestützten Anomalieerkennung und anderer Funktionen zur Entscheidungsunterstützung leitet. Stefan hat einen Master-Abschluss der Technischen Universität Dortmund, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft (ie³) tätig war.

Stefan Dalhues Stefan Dalhues | PSI Software SE
F: Was motiviert Sie über berufliche Erfolge hinaus und warum?

Die Energiewende aktiv mitzugestalten, ist mein größter Antrieb. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Generation. PSI bietet mir die Möglichkeit, an verschiedensten Aspekten dieses Prozesses mitzuwirken, mich mit klugen Köpfen auszutauschen und die komplexen Probleme zu lösen, die dieser Wandel mit sich bringt.

F: Gibt es eine persönliche Gewohnheit oder Routine, die Ihre Arbeitsweise geprägt hat? Wie hat sie Ihre Arbeitsweise geprägt?

Als Innovator ist es die größte Herausforderung, stets den Überblick zu behalten. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, den regelmäßigen Austausch mit internen und externen Experten zu suchen. Diese Impulse sind essenziell, um neue Inspirationen für Problemlösungen und erstklassige Produkte zu gewinnen. Daraus ist ein außergewöhnliches Netzwerk aus brillanten Köpfen entstanden, das weit über den reinen Wissensaustausch hinausgeht.

F: Was ist eine Sache, die Ihnen wirklich Spaß macht, und eine, die Sie wirklich nicht mögen, die Ihr Team vielleicht nicht erwarten würde?

Als Elektroingenieur liebe ich leidenschaftliche Fachdiskussionen über Stromnetze – aber das überrascht in meinem Team wohl niemanden. Was viele jedoch nicht wissen: Ich kämpfe insgeheim mit Lampenfieber. Jedes Mal, wenn ich vor großem Publikum auf die Bühne trete, herrscht in meinem Inneren Alarmzustand. Meine heimliche Stärke ist es wohl, nach außen hin vollkommen ruhig zu wirken; ich bekomme oft Komplimente für meine Gelassenheit, während ich innerlich eigentlich nur versuche, das Adrenalin zu bändigen.

F: Wie beeinflusst Ihrer Erfahrung nach der Austausch persönlicher Erfahrungen die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten?

Ich bin überzeugt, dass das Teilen persönlicher Erfahrungen Vertrauen schafft und uns nahbar macht. Es macht transparent, wie wir denken und warum wir bestimmte Entscheidungen treffen – es erinnert uns daran, dass wir alle Menschen sind. Das macht die Zusammenarbeit oft wesentlich effizienter und angenehmer als die anonyme E-Mail-Kommunikation zwischen Fremden.

F: Welche Lektion oder welchen Grundsatz soll Ihr Team Ihrer Meinung nach mit auf den Weg nehmen?

Ehrliches und wertschätzendes Feedback. Das ist die Grundvoraussetzung, um sowohl individuell als auch als Team zu wachsen. Es erfordert Vertrauen und Übung, aber genau diese Offenheit ist der Schlüssel, um gemeinsam zu einem echten High-Performing-Team zu werden.

F: Welches Vorurteil über unsere Branche würden Sie gerne aus der Welt schaffen?

Die Energiewende wird oft als zu langsam oder zu teuer kritisiert. Dabei haben wir bereits Meilensteine erreicht, die vor Jahren als unmöglich galten – etwa die Tatsache, dass heute über 50 % unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen stammt. Auch wenn wir noch große Aufgaben vor uns haben, besonders bei der Kosteneffizienz, ist die Entschlossenheit in der Energiewirtschaft, die Klimaneutralität zu erreichen, beispiellos. Wir sind schon viel weiter, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt.

F: Wenn Sie Zeit auf einer einsamen Insel verbringen müssten und nur zwei Dinge mitnehmen könnten, welche wären das und warum?

Überleben bedeutet Kalorien und Schutz – eine echte Herausforderung mit nur zwei Gegenständen! Ich würde ein hochwertiges Messer wählen, um eine Unterkunft zu bauen und Nahrung vorzubereiten. Als zweites eine robuste Decke für die Nacht. Wenn die Insel warm genug ist, würde ich die Decke gegen einen Feuerstahl tauschen. Meine größte Sorge ist allerdings nicht das Dach über dem Kopf, sondern ob ich dort wilde Kaffeebohnen finde. Ohne Koffein wäre das Überleben die wahre Herausforderung!

Johanna Ellen Bauke, Innovationsmanagerin bei PSI Software – Grid & Energy Management

Seit 2022 übernimmt Johanna Ellen Bauke vielfältige technische und leitende Verantwortlichkeiten im Bereich der Smart-Grid-Technologien und des Energienetzmanagements. Nach ihrem Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Elektrische Energietechnik an der RWTH Aachen – ergänzt durch eine Spezialisierung im Bereich Künstliche Intelligenz an der Universität Gent – durchlief sie bei PSI erfolgreich verschiedene Stationen in der Softwareentwicklung, dem Projektmanagement und der Forschung. Heute spielt Johanna als Innovationsmanagerin Smart Grid bei der PSI Software SE eine Schlüsselrolle bei der strategischen Entwicklung innovativer Lösungen und KI-Technologien für Niederspannungsnetze.

In ihren aktuellen Initiativen leitet Johanna das Usability-Redesign der Softwarelösung PSIngo und treibt die Markteinführung einer neuen Softwarelösung für Steuertests von PV-Anlagen gemäß § 12 EnWG voran. Darüber hinaus engagiert sie sich in verschiedenen Forschungsprojekten zur Gestaltung zukünftiger Energiesysteme – wie beispielsweise der Schaffung von Grundlagen für lokale Energiemärkte im Rahmen des Projekts InterPhaSe – und präsentiert diese technologischen Fortschritte regelmäßig auf Messen und in Fachvorträgen.

Johanna Bauke | PSI Software SE
F: Was motiviert Sie über berufliche Erfolge hinaus und warum?

Mich motiviert vor allem die Freude daran, Dinge mitzugestalten, die über den Moment hinaus Bestand haben. Aktuell treibt mich dabei besonders an, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Ich liebe es, mich mit komplexe Herausforderungen auseinanderzusetzen und durch kontinuierliches Lernen effiziente Lösungen zu finden. Stillstand empfinde ich als Qual. Meine Kraft schöpfe ich aus der Natur: Mehrtägige Wanderungen mit dem Zelt, zum Beispiel nördlich des Polarkreises, erden mich. Diese Touren fordern Durchhaltevermögen und lehren mich, mich auf das Wesentliche zu fokussieren. Das hilft mir, auch im beruflichen Alltag meinen Ehrgeiz mit der notwendigen Gelassenheit in Einklang zu bringen.

F: Gibt es eine persönliche Gewohnheit oder Routine, die Ihre Arbeitsweise geprägt hat? Wie hat sie Ihre Arbeitsweise geprägt?

Eine prägende Gewohnheit meiner Arbeitsweise ist der bewusste Perspektivenwechsel bzw. das Interesse an unterschiedlichen Perspektiven. Durch meine Stationen in der Entwicklung, im Projekt- und Produktmanagement habe ich gelernt, Herausforderungen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Bevor ich eine Entscheidung treffe, höre ich mir gern verschiedene Meinungen an oder versuche, die logischen Denkmuster der anderen Fachbereiche zu antizipieren. Dies hilft mir, Hürden nicht als Blockaden, sondern als lösbare Aufgaben zu sehen. Mein Ziel ist es immer, Lösungen oder Kompromisse zu finden, in denen sich alle Beteiligten wiederfinden.

F: Was ist eine Sache, die Ihnen wirklich Spaß macht, und eine, die Sie wirklich nicht mögen, die Ihr Team vielleicht nicht erwarten würde?

Der Prozess des Strukturierens: Wirre Ideen in eine klare Form zu gießen, empfinde ich als extrem befriedigend. Zudem liebe ich Deep-Work-Phasen, in denen ich mich vollkommen in ein technisches Konzept vertiefen kann. In diesem Tunnel blende ich alles andere aus, bis die Lösung steht. Hingegen mag ich ziellose Meetings auf zu hoher Flugebene überhaupt nicht. Wenn wir wertvolle Zeit mit vagen Diskussionen verbringen, anstatt sie mit der Ausarbeitung konkreter Maßnahmen zu füllen, dann werde ich unruhig. Ich brauche das Gefühl, auf ein greifbares Ergebnis zuzusteuern.

F: Wie beeinflusst Ihrer Erfahrung nach der Austausch persönlicher Erfahrungen die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten?

Das Teilen persönlicher Erfahrungen empfinde ich als wichtig um fachliche Silos aufzubrechen und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Ich denke, dass wir oft aneinander vorbeireden, weil wir in unseren jeweiligen Fachgebieten feststecken. Wenn wir aber persönliche Geschichten teilen, finden wir oft eine gemeinsame Basis. Es hilft uns zu verstehen, warum jemand auf eine bestimmte Weise priorisiert oder reagiert. Das schafft Empathie und führt dazu, dass wir im Team auch in schwierigeren Situationen zusammen Entscheidungen treffen, hinter denen alle stehen können.

F: Welche Lektion oder welchen Grundsatz soll Ihr Team Ihrer Meinung nach mit auf den Weg nehmen?

Ein Grundsatz, der mir besonders am Herzen liegt, ist die Offenheit für andere Perspektiven gepaart mit kompromissloser Ehrlichkeit. Ich denke, dass wir die besten Lösungen nicht durch vorsichtige Zurückhaltung oder ein „das hat schon immer funktioniert“ finden, sondern indem wir Hürden offen ansprechen und auch unbequeme Fragen stellen können. Wenn wir ehrlich miteinander umgehen - auch dann, wenn es mal hakt - schaffen wir eine Basis, auf der wir wirklich etwas bewegen können. Nur in einer Kultur, in der jeder/jede seine Meinung offen teilen kann, entsteht der Raum für die Innovationen, die wir für die Energiewende brauchen.

F: Welches Vorurteil über unsere Branche würden Sie gerne aus der Welt schaffen?

Eine weit verbreitete Fehlannahme ist, dass man Lösungen für unsere Verteilnetze noch immer ‚top-down‘ entwickeln und implementieren kann. Doch genau wie die physikalische Energie heute nicht mehr hierarchisch von oben nach unten in das Netz fließt, funktioniert dieser Ansatz auch bei der Digitalisierung nicht mehr.

Besonders in der Niederspannung stehen wir vor einem komplexen Software-Engineering-Projekt unter hohen Sicherheitsanforderungen, das sich nicht im Alleingang oder durch rein regulatorische Vorgaben lösen lässt. Moderne Software-Systeme lassen sich nicht wie klassische, statische Infrastrukturen designen oder verordnen, wenn sie ihr volles Potential entfalten sollen. Sie erfordern eine hochkomplexe Teamleistung und das enge Zusammenspiel von Cyber-Security-Experten, Informatikern und Ingenieuren, die ihre unterschiedlichen Perspektiven vereinen.

F: Wenn Sie Zeit auf einer einsamen Insel verbringen müssten und nur zwei Dinge mitnehmen könnten, welche wären das und warum?

Mein erster Gegenstand wäre definitiv eine solargetriebene Wasserentsalzungsanlage. Als jemand, der sich beruflich mit effizienten Energielösungen befasst, ist für mich die Sicherung der Basisressourcen der erste logische Schritt, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Als zweites würde ich ein leeres, robustes Notizbuch mit einem unzerstörbaren Stift mitnehmen. Auf einer einsamen Insel hätte ich endlich die Zeit, ohne Unterbrechung oder Restrukturierung Konzepte zu Ende zu entwickeln. Vielleicht findet sie jemand eines Tages …

Diana Neu, ERP-Projektmanagerin bei Rex Industrie-Produkte Graf von Rex GmbH

Diana Neu war 13 Jahre Prokuristin und kaufmännische Leiterin bei der Rex Industrie-Produkte Graf von Rex GmbH. Heute verantwortet sie bei Rex die Digitalisierung und das Projektmanagement rund um PSIpenta und treibt die Weiterentwicklung von Prozessen und Strukturen aktiv voran. Mit der PSI-Community ist sie seit vielen Jahren eng verbunden.

Rex Industrie-Produkte Graf von Rex GmbH
F: Was motiviert Sie über berufliche Erfolge hinaus und warum?

Mich motiviert nicht der Erfolg an sich, sondern wenn sich wirklich etwas verändert – bei Menschen und in Systemen. Wenn Klarheit entsteht, Verantwortung übernommen wird und Dinge plötzlich einfacher laufen. Genau da wird es für mich spannend. Ich arbeite gerne an den Punkten, an denen Struktur und Haltung zusammenkommen, weil dort echte Entwicklung passiert.

F: Gibt es eine persönliche Gewohnheit oder Routine, die Ihre Arbeitsweise geprägt hat? Wie hat sie Ihre Arbeitsweise geprägt?

Ich gehe bei komplexen Projekten bewusst immer wieder in die Vogelperspektive, um den Überblick zu behalten und mich nicht in Details zu verlieren. Gleichzeitig verlasse ich mich stark auf mein Bauchgefühl. Intuition hilft mir, schnell zu erfassen, wo es hakt und worauf es wirklich ankommt. Diese Kombination aus Überblick und Gefühl gibt mir Sicherheit in meinen Entscheidungen.

F: Was ist eine Sache, die Ihnen wirklich Spaß macht, und eine, die Sie wirklich nicht mögen, die Ihr Team vielleicht nicht erwarten würde?

Ich liebe es, wenn Dinge klar werden und wir ins Tun kommen. Gerade bei komplexen Themen schnell den Kern zu erkennen und daraus konkrete Schritte abzuleiten, macht mir Spaß. Was mich dagegen wirklich nervt, sind Besprechungen, in denen nur Probleme und Gegenargumente kommen. Meist weiß dann niemand, was er stattdessen will. Dieses Festhalten am Status quo bringt uns nicht weiter.

F: Wie beeinflusst Ihrer Erfahrung nach der Austausch persönlicher Erfahrungen die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten?

Er macht einen großen Unterschied. Wenn Menschen sich zeigen, entsteht Vertrauen und vieles wird einfacher. Gleichzeitig braucht es ein gutes Maß – es geht nicht darum, alles privat zu machen, sondern ehrlich zu sein. Dann werden Missverständnisse weniger, Gespräche klarer und Zusammenarbeit deutlich wirksamer und oft auch entspannter.

F: Welche Lektion oder welchen Grundsatz soll Ihr Team Ihrer Meinung nach mit auf den Weg nehmen?

Dass Klarheit wichtiger ist als Harmonie. Dinge nicht anzusprechen, kostet am Ende viel mehr Energie als ein klares Gespräch. Ich wünsche mir, dass jedes Team den Mut hat, Verantwortung zu übernehmen und Themen direkt zu klären. Das spart Zeit, Nerven und führt am Ende zu besseren Ergebnissen.

F: Welches Vorurteil über unsere Branche würden Sie gerne aus der Welt schaffen?

Dass ERP-Projekte hauptsächlich technische Projekte sind. In Wirklichkeit liegt der größte Hebel beim Menschen. Wenn Rollen unklar sind, Kommunikation nicht funktioniert oder Entscheidungen fehlen, hilft die beste Software nichts. Technik ist wichtig, aber ohne Klarheit und Führung wird es schwierig.

F: Wenn Sie Zeit auf einer einsamen Insel verbringen müssten und nur zwei Dinge mitnehmen könnten, welche wären das und warum?

Ein gutes Buch und Musik. Das Buch, weil ich es liebe, mich in Gedanken zu vertiefen und neue Perspektiven zu bekommen. Musik, weil sie mich sofort in Bewegung bringt – körperlich und emotional. Für mich ist das ein wichtiger Ausgleich, um wieder bei mir anzukommen und Dinge zu verarbeiten.